Hannibal Challenge 2003 oder: wie foar i mitem Mopped von Rom nach Bayern auffie ?

Langstrecken / Endurance Veranstaltung von Rom (I) nach Speinshart (D)

Organisator: www.mofarennen.de

Streckenlänge 1304 KM; 4 Tagesetappen; Etappenziele werden am Vorabend bekannt gegeben; Übernachtung und Depannage müssen durch die Teilnehmer organisiert werden; Begleitfahrzeug für jedes Teilnehmerteam obligatorisch; keine Autobahnbenutzung; max. 3 Fahrer pro Team.

Homologiert und Immatrikuliert, Einstufung der Fahrzeuge in 4 verschiedene Klassen: Mofa/Mokick/Kleinmotorrad/Roller; max. 50 ccm Zylinderinhalt

Feuerlöscher

Erste Hilfe Ausrüstung

Handy

Bei der Ankunft in Rom, am Vorabend des Starts zur diesjährigen Hannibal Challenge, haben wir eine Anfahrt aus der Zentralschweiz nach Rom hinter uns, welche uns die landschaftlichen Schönheiten des italienischen Mittellandes näher brachte und wir uns bereits an den Verkehr und die Strassenlogistik gewöhnen konnten.

Säuliamt Motorsport hat sich mit 1 Fahrer und 1 Begleitfahrzeugpilotin als Team für diese Langstreckenprüfung beim Veranstalter eingeschrieben. Die Wahl des eingesetzten Challengefahrzeug fiel auf eine Kreidler Florett TM / Jg. 1977 mit Gebläsekühlung, ohne Motortuning mit satten 50 ccm und 5,2 PS. Dieser Staubsauger ist anno dunnemals durch seine Fahreigenschaften und die gepriesene Motorleistung, tausendfach als Exportmodell in der Schweiz tausendfach verkauft worden. Die luftgekühlte Florett RS mit ca. 0,5 PS Mehrleistung war nicht aufzutreiben und so wurde eben die TM für die Challenge vorbereitet.

 

 

 

 

1. Tag / Rom - Modena

Start am Mittwoch, 18. Juni 03 / 06:00 vor dem Kolosseum in Rom.

Rom-Speinshart:Starterfeld vor dem Forum Romanum 2003Das 14-köpfige Teilnehmerfeld und der Begleitwagentross werden durch das erwachende Rom geführt und ausserhalb der Stadt verteilen sich die Teams auf ihre gewählten Routen Richtung Norden. Die Überquerung der toskanischen Hügel mit den 50- Kubikmaschinen bis zum 1. Etappenziel ausserhalb Modenas, fordert von den Teilnehmern Durchhaltevermögen, angepasste Routenplanung und Navigationsfähigkeiten. Die Begleitfahrzeuge wählen jeweils Autobahnen, um vorher an den vereinbarten Team-Tankstopps einzutreffen; es ist unmöglich den Fuffzigern durch die Dörfer und den teilweise dichten Verkehr zu folgen und die Teams treffen mit tausend Erlebnissen im ersten Etappenziel ein. Regen und verschüttete Strassen auf meiner Route und 2-maliges Verfahren kosten mich ca. 1 Stunde und ich treffe als 2. Fahrer im Tagesziel ein. Die Tankstopps verliefen planmässig und mein Begleitfahrzeug hat die anstrengende Tagesstrecke gleichzeitig beendigt.

 

Ein Blick auf den Bordcomputer zeigt folgende Werte:

2. Tag / Modena – Innsbruck

Heute steht das Tirol und der Brenner, in historischer Anlehnung an Hannibals Alpenüberquerung, auf dem Programm.

Besonderes: Sprengarbeiten auf italienischen Brennerseite, Fronleichnam mit Prozessionen auf Austrialand lassen mich 1 Stunde warten. Bei den Staus auf der Brennerstrasse gliedern wir uns jeweils bei den Lichtsignalanlagen, vor den wartenden Motorradfahrern ein und erwecken Erstaunen ab unserer gefahren Veteranenfahrzeuge; schliesslich ist die Mofa und Kleinmotorradtechnologie nicht mehr so häufig im Gebrauch zu beobachten und schon gar nicht am Brenner, vollbepackt und im Racingtempo um die Kurven dirigiert. Tausende von Motorradfahrern und keiner folgt den 50ern, offene Mäuler der Fragenden von wo wir kommen und wohin wir fahren. Das Teilnehmerfeld erreicht das Tagesetappenziel in Innsbruck-Süd. Die abendliche Informationsrunde informiert über die folgende Tagesetappe, die Teams erstellen Routenpläne und Tankstoppstrategien, um die Zeitverluste für die Einfahrt in den Freistaat Bayern möglichst gering zu halten.

3. Tag / Innsbruck – Walhalla (Regensburg)

Schon kurz nach Innsbruck werden die Führenden durch die Gendarmen auf Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit hingewiesen, was für die Vorbeifahrenden heisst: "gas al tope" und Aerodynamik ohne Ende mit den bis zu 100 Km/h schnellen Geräten. Auf den grosszügig angelegten Strassen und stundenlangem Vollgasbetrieb gehen neben der Sensorik für das Aggregat noch weitere Gedanken durch den Kopf: wann platzt eigentlich der Motor der Kreidler?  Temperaturen über 30 Grad, magere Bedüsung, Abwärtspassagen und 30-jährige Technologie unter dem Hintern machen schon bange. Aber die Dinger laufen bis zum Etappenziel Walhalla, nach genüsslich erlebtem Regenschauer beim Überqueren der Donau. Auch 4-Takt Power war dabei; Honda CB 50 Drehzahlen bis 14'000 U/min, Spitze über 90 Km/h

 

 

 

Walhalla wurde 1832 als Säulentempel erbaut um der Nachwelt einen Ort für die Erinnerung an herausragende Leistungen ehrbarer Menschen, zu bieten.

4. Tag / Walhalla - Speinshart

Ehre wem Ehre gebührt; die Elefantentreiber haben alle die Zielankunft im Klosterdorf Speinshart erreicht und werden rühmlich empfangen. Die Distanzfahrt Rom - Speinshart findet hier ihr Ende, ohne Unfall oder groben mechanischen Defekt der Teilnehmer auf der zurückgelegten Strecke. Diese Veranstaltung ist vor allem eine Team-angelegenheit, bei der sich Mopedfahrer und Begleitfahrzeug ergänzen müssen um diese Leistung zu erbringen.

Team Schweiz /Säuiliamt Motorsport mit dem allgegenwärtigen Maskottchen Hannibal

 

Für den Beitrag verantwortlich: Walter Traber